BlurXTerminator (BXT) ist eine Dekonvolution: Es schätzt, wie Optik, Seeing und Nachführung das Bild verwischt haben, und rechnet diese Unschärfe heraus. Sternformen werden korrigiert, Sterne kompakter und Nebelstrukturen schärfer.
Eine Dekonvolution setzt lineare Daten voraus. Die Punktverwaschung (PSF) wird aus den Sternen bestimmt.
Vorher sollte die Farbkalibrierung erfolgt sein, damit die Photometrie an unveränderten Sternprofilen misst.
Danach entrauschen: Entrauschen zerstört die PSF-Information, die BXT zur Rekonstruktion braucht.
BXT führt die Sterne eines Bildes in Richtung eines kompakten, ähnlichen Profils. Unterschiede zwischen Aufnahmen (Seeing, Fokus, Filter) werden dadurch kleiner, verschwinden aber nicht vollständig.
Parameter
Parameter
Wirkung
Typische Wahl
Correct Only
korrigiert nur Sternform und Aberrationen, ohne zu schärfen
als erster Durchgang
Sharpen Stars
Stärke der Sternverkleinerung
0,25–0,5
Adjust Star Halos
negative Werte verringern Halos
0 bis −0,1
Sharpen Nonstellar
Schärfung von Nebelstrukturen
0,5–0,9 (starke Kanäle wie Ha vertragen mehr, Farbbilder weniger)
Automatic PSF
PSF-Durchmesser automatisch bestimmen
aktiviert
Bedienung
Auf das lineare Bild anwenden, nach der Gradientenkorrektur.
Zuerst Correct Only, anschließend ein Durchgang im Normalbetrieb.
Bei mehreren Bildern, die später kombiniert werden, jedes Bild einzeln bearbeiten.
Typische Anwendungen
Mehrere Kanäle mit gleichen Sternprofilen
Werden Bilder später voneinander abgezogen oder pixelweise verrechnet (z. B. bei einer Kontinuumsubtraktion Ha − q · R), müssen Sterne in beiden dieselbe Größe und dasselbe Profil haben.
Situation
Folge in der Differenz
Stern im abgezogenen Bild breiter
im Zentrum zu wenig, am Rand zu viel abgezogen → heller Kern mit dunklem Ring
Stern im abgezogenen Bild schmaler
im Zentrum zu viel abgezogen, außen bleibt Licht → heller Ring, oft mit schwarzem Loch
Profile gleich
Sterne verschwinden weitgehend, Nebel bleibt
Sharpen Stars und Adjust Star Halos in beiden Bildern gleich oder sehr ähnlich wählen.
Sharpen Nonstellar darf abweichen – es wirkt nur auf Nebelstrukturen.
Correct Only auf beide anwenden, falls bei einem verwendet.
Wird ein Kanal später aus einem Farbbild extrahiert, übernimmt er dessen BXT-Behandlung; das zweite Bild muss vergleichbar behandelt werden.
Woran man ein gutes Ergebnis erkennt
Typische Fehler
Beobachtung
Ursache
Maßnahme
Würmchenmuster im Nebel
Sharpen Nonstellar zu hoch für das Rauschen
Sharpen Nonstellar senken
Dunkle Ringe um Sterne
Sharpen Stars bzw. Halos zu stark
Werte senken
Wenig Wirkung
Bild bereits gestreckt
auf das lineare Bild anwenden
Ringe oder Löcher nach Kontinuumsubtraktion
Sternprofile der Bilder unterschiedlich
gleiche Stern-Parameter in beiden Bildern
Wann sinnvoll – und wann nicht
Sinnvoll
Besser ein anderes Werkzeug
lineare Daten schärfen, Sternformen korrigieren
Sterne im gestreckten Bild verkleinern → Verkleinert Sterne, statt sie nur abzudunkeln – schwache Sterne treten zurück, helle bleiben als Akzente. Am einfachsten im getrennten Sternbild.Grundlage öffnen →
vor dem Entrauschen
Rauschen → KI-gestützte Rauschreduzierung mit getrennter Stärke für fein- und grobskaliges Rauschen sowie für Helligkeit und Farbe. Mehrere leichte Durchgänge erhalten mehr Detail als ein kräftiger.Grundlage öffnen → (danach)