Grundlage · PixInsight 1.9.x

CurvesTransformation

CurvesTransformation ordnet jedem Eingangswert über eine Kurve einen Ausgangswert zu. Damit lassen sich Kontrast, Sättigung und Farbton gezielt in einzelnen Tonbereichen verändern, während andere Bereiche unverändert bleiben.

Zweck

AufgabeKurvenform
Kontrast aufbauenS-Kurve auf RGB/K
Sättigung anheben, ohne Hintergrund und Farbrauschen zu verstärkenKurve auf Kanal S mit Schutzpunkt
Farbtöne verschiebenKurve auf Kanal H
Einzelne Tonbereiche an Messwerte angleichenKurve mit Fixpunkten

Prinzip

Die x-Achse ist der vorhandene Wert, die y-Achse der neue. Die Diagonale lässt das Bild unverändert.

Kurvenverlauf in einem BereichWirkung
über der Diagonalenheller bzw. mehr (Sättigung)
unter der Diagonalendunkler bzw. weniger
steiler als die Diagonalemehr Kontrast in diesem Tonbereich
flacher als die Diagonaleweniger Kontrast in diesem Tonbereich

Kanäle

KanalWirkt aufHinweis
RGB/Kalle Farbkanäle gleich bzw. Graustufenbildverändert die Farbbalance nicht; einziger wirksamer Kanal bei Graustufenbildern
R, G, Beinzelne Farbkanäleverschiebt die Farbbalance – für Kontrast ungeeignet
SSättigung (x = vorhandene, y = neue)wirkt nur auf Farbbilder
HFarbton (x = vorhandener, y = neuer)verschiebt nur den Farbton; Helligkeit und Sättigung bleiben

Bedienung

  1. Vorher prüfen, dass keine Maske aktiv ist (Mask → Remove Mask), sofern nicht bewusst mit Maske gearbeitet wird.
  2. Kurve zurücksetzen (Reset-Symbol) und den Kanal wählen. Ein aktiver Kanal aus einer früheren Anwendung bleibt sonst eingestellt.
  3. Punkt durch Klick auf die Kurve erzeugen; markiert lassen und unten Input und Output numerisch eintragen.
  4. Die Endpunkte bei 0 und 1 sind horizontal fixiert; bei markiertem Endpunkt ist Input ausgegraut. Die Anzeige rechts (z. B. „3 / 5“) nennt den markierten Punkt und die Gesamtzahl.
  5. Für präzises Arbeiten im dunklen Bereich den Graphen über das Zoomfeld vergrößern. In einem gestreckten Astrobild liegen fast alle Pixel nahe dem Hintergrund: Hintergrund an der Spitze des Histogramms, schwache Strukturen auf der rechten Flanke, helle Bereiche weit rechts. Eine Gitterlinie entspricht 0,25.
  6. Wirkung in der Real-Time Preview beurteilen, dann anwenden.

Typische Kurven

S-Kurve – Kontrast

Warumeine S-Kurve?

Sie senkt die Schatten ab und hebt die Lichter leicht an; dazwischen wird die Kurve steiler als die Diagonale – genau dort, wo Strukturen liegen, steigt der Kontrast. Auf RGB/K wirkt sie auf alle Kanäle gleich und verändert die Farbbalance nicht.

BereichLageWirkung
Schattenknapp links vom Histogramm-PeakAbsenkung → dunkle Bereiche dunkler
Mitteltöneca. Peak bis 0,5steiler als die Diagonale → Strukturkontrast
Lichteroberer Bereichleichte Anhebung, Abflachung zum Ende → helle Partien plastischer
  • Faustregel für eine moderate Kurve: Punkte weichen höchstens etwa 15–25 % von der Diagonalen ab.
  • Beispiel moderat: Schattenpunkt 0,08 → 0,06, Lichterpunkt leicht angehoben.
  • Beispiel zu kräftig: Schattenpunkt 0,082 → 0,037 – Strukturen sehr plastisch, dunkle Bereiche aber nahezu schwarz ohne Feinstruktur.

Sättigung über Kanal S

WarumKanal S statt ColorSaturation?

Kanal S ist eine Kurve über der vorhandenen Sättigung. Damit lässt sich festlegen, dass wenig gesättigte Pixel (Hintergrund, Farbrauschen) unverändert bleiben und nur bereits farbige Pixel verstärkt werden. ColorSaturation arbeitet farbtonabhängig und ergänzt, wenn eine bestimmte Farbe gezielt angehoben werden soll.

Ein einzelner angehobener Punkt hebt die Kurve auf ganzer Länge an – auch bei geringer Sättigung. Deshalb einen Schutzpunkt setzen:

PunktInputOutputZweck
Schutzpunkt0,10–0,15gleich InputHintergrund und Farbrauschen unverändert
Strukturpunktca. 0,45–0,5Input + ca. 0,05vorhandene Farben moderat anheben
optional obenz. B. 0,75z. B. 0,85stark gesättigte Bereiche zusätzlich verstärken

Farbton verschieben mit Kanal H

Ein Punkt im betreffenden Farbtonbereich wird nach oben oder unten verschoben; der Farbton wandert entsprechend. Helligkeit und Sättigung bleiben.

  • Nur kleine Verschiebungen – große erzeugen harte Farbübergänge.
  • Nachbarbereiche mit zusätzlichen Punkten auf der Diagonalen festhalten.
  • Farbtonabhängige Sättigung ist mit Kanal H nicht möglich; dafür ColorSaturation.

Tonbereiche an Messwerte angleichen

Warumeine Kurve und kein Schwarzpunkt?

Ein Schwarzpunkt verschiebt alle Tonwerte und nimmt auch Bereiche mit, die bereits passen. Eine Kurve mit fixierten Punkten verändert nur den Bereich zwischen den Fixpunkten.

Gemessene Werte werden direkt zu Kurvenpunkten: Input = gemessener Wert, Output = Zielwert. Werte zwischen den Punkten interpoliert die Kurve weich.

ZielPunkte
nur Mitteltöne verschiebenDunkel und Hell mit Output = Input fixieren, Mittel auf den Zielwert
Kontrast angleichenalle Messpunkte auf ihre Zielwerte

Das vollständige Verfahren: .

Hintergrund abdunkeln

Warumeine Kurve statt eines Schwarzpunkts?

Die Kurve senkt den Hintergrund ab, ohne Werte abzuschneiden; dunkle Strukturen verlaufen weich ins Dunkle. Ein echter Schwarzpunkt schneidet alles darunter hart ab. Die Kurve ist daher die schonendste Variante, wenn der Hintergrund nur etwas zu hell ist.

PunktInputOutputZweck
1Hintergrund-Peaketwas niedriger (z. B. −0,03)Hintergrund abdunkeln
2ca. 0,40gleich InputMitteltöne fixieren
  • Punkt 1 auf den Peak, nicht an den linken Fuß: Am Fuß liegen die dunkelsten Strukturen; ein Punkt dort dunkelt vor allem diese ab, während der Hintergrund am Peak grau bleibt.
  • Ohne Mitteltonpunkt liegt die Kurve vollständig unter der Diagonalen und dunkelt die Struktur mit ab.
  • Ist der Hintergrund deutlich zu hell, ist ein echter Schwarzpunkt angebracht: oder HistogramTransformation mit Clipping-Anzeige (unter etwa 0,01–0,05 %).

Mit Maske

Soll nur ein Teil des Bildes betroffen sein – etwa Nebel heller als der Hintergrund –, begrenzt eine Maske die Wirkung (z. B. ). Weiß = volle Wirkung, Schwarz = keine.

Woran man ein gutes Ergebnis erkennt

Typische Fehler

BeobachtungUrsacheMaßnahme
Kurve ohne WirkungKanal S oder H aktiv auf einem GraustufenbildKurve zurücksetzen, Kanal RGB/K
Wirkung nur in Teilen des BildesMaske noch aktivMask → Remove Mask
Farbstich nach einer KontrastkurveKurve auf R, G oder B statt RGB/Kauf RGB/K wiederholen
Dunkle Bereiche strukturlos schwarzSchattenpunkt zu stark abgesenktSchattenpunkt weniger absenken
Hintergrund nach Sättigung farbigSchutzpunkt fehltSchutzpunkt bei 0,10–0,15
Tonwertabrisse, WellenPunkte zu dicht oder zu steilweniger Punkte, sanfterer Verlauf
Kurve vollständig über oder unter der Diagonalen, obwohl Kontrast angeglichen werden sollteEingabefehler, z. B. vertippter OutputWerte prüfen

Wann sinnvoll – und wann nicht

SinnvollBesser ein anderes Werkzeug
globalen Kontrast in bestimmten Tonbereichen formenlokalen Kontrast betonen →
Sättigung abhängig von der vorhandenen Sättigung anhebeneine bestimmte Farbe anheben → ColorSaturation
Farbtöne leicht verschiebenWeißbalance, Farbkalibrierung →
Tonbereiche an Messwerte angleichenGrundstreckung linearer Daten →
Verwendet in

GeneralizedHyperbolicStretch (GHS) · HaLRGB-Workflow · LocalHistogramEqualization (LHE) · LRGBCombination · Luminanz und Farbbild abgleichen · OSC-Workflow mit Quad-Bandpass-Filter · RangeSelection (Range Mask) · Schmalband-Workflow (HOO/SHO) · SCNR