CurvesTransformation
CurvesTransformation ordnet jedem Eingangswert über eine Kurve einen Ausgangswert zu. Damit lassen sich Kontrast, Sättigung und Farbton gezielt in einzelnen Tonbereichen verändern, während andere Bereiche unverändert bleiben.
Zweck
| Aufgabe | Kurvenform |
|---|---|
| Kontrast aufbauen | S-Kurve auf RGB/K |
| Sättigung anheben, ohne Hintergrund und Farbrauschen zu verstärken | Kurve auf Kanal S mit Schutzpunkt |
| Farbtöne verschieben | Kurve auf Kanal H |
| Einzelne Tonbereiche an Messwerte angleichen | Kurve mit Fixpunkten |
Prinzip
Die x-Achse ist der vorhandene Wert, die y-Achse der neue. Die Diagonale lässt das Bild unverändert.
| Kurvenverlauf in einem Bereich | Wirkung |
|---|---|
| über der Diagonalen | heller bzw. mehr (Sättigung) |
| unter der Diagonalen | dunkler bzw. weniger |
| steiler als die Diagonale | mehr Kontrast in diesem Tonbereich |
| flacher als die Diagonale | weniger Kontrast in diesem Tonbereich |
Kanäle
| Kanal | Wirkt auf | Hinweis |
|---|---|---|
| RGB/K | alle Farbkanäle gleich bzw. Graustufenbild | verändert die Farbbalance nicht; einziger wirksamer Kanal bei Graustufenbildern |
| R, G, B | einzelne Farbkanäle | verschiebt die Farbbalance – für Kontrast ungeeignet |
| S | Sättigung (x = vorhandene, y = neue) | wirkt nur auf Farbbilder |
| H | Farbton (x = vorhandener, y = neuer) | verschiebt nur den Farbton; Helligkeit und Sättigung bleiben |
Bedienung
- Vorher prüfen, dass keine Maske aktiv ist (Mask → Remove Mask), sofern nicht bewusst mit Maske gearbeitet wird.
- Kurve zurücksetzen (Reset-Symbol) und den Kanal wählen. Ein aktiver Kanal aus einer früheren Anwendung bleibt sonst eingestellt.
- Punkt durch Klick auf die Kurve erzeugen; markiert lassen und unten Input und Output numerisch eintragen.
- Die Endpunkte bei 0 und 1 sind horizontal fixiert; bei markiertem Endpunkt ist Input ausgegraut. Die Anzeige rechts (z. B. „3 / 5“) nennt den markierten Punkt und die Gesamtzahl.
- Für präzises Arbeiten im dunklen Bereich den Graphen über das Zoomfeld vergrößern. In einem gestreckten Astrobild liegen fast alle Pixel nahe dem Hintergrund: Hintergrund an der Spitze des Histogramms, schwache Strukturen auf der rechten Flanke, helle Bereiche weit rechts. Eine Gitterlinie entspricht 0,25.
- Wirkung in der Real-Time Preview beurteilen, dann anwenden.
Typische Kurven
S-Kurve – Kontrast
Warumeine S-Kurve?
Sie senkt die Schatten ab und hebt die Lichter leicht an; dazwischen wird die Kurve steiler als die Diagonale – genau dort, wo Strukturen liegen, steigt der Kontrast. Auf RGB/K wirkt sie auf alle Kanäle gleich und verändert die Farbbalance nicht.
| Bereich | Lage | Wirkung |
|---|---|---|
| Schatten | knapp links vom Histogramm-Peak | Absenkung → dunkle Bereiche dunkler |
| Mitteltöne | ca. Peak bis 0,5 | steiler als die Diagonale → Strukturkontrast |
| Lichter | oberer Bereich | leichte Anhebung, Abflachung zum Ende → helle Partien plastischer |
- Faustregel für eine moderate Kurve: Punkte weichen höchstens etwa 15–25 % von der Diagonalen ab.
- Beispiel moderat: Schattenpunkt 0,08 → 0,06, Lichterpunkt leicht angehoben.
- Beispiel zu kräftig: Schattenpunkt 0,082 → 0,037 – Strukturen sehr plastisch, dunkle Bereiche aber nahezu schwarz ohne Feinstruktur.
Sättigung über Kanal S
WarumKanal S statt ColorSaturation?
Kanal S ist eine Kurve über der vorhandenen Sättigung. Damit lässt sich festlegen, dass wenig gesättigte Pixel (Hintergrund, Farbrauschen) unverändert bleiben und nur bereits farbige Pixel verstärkt werden. ColorSaturation arbeitet farbtonabhängig und ergänzt, wenn eine bestimmte Farbe gezielt angehoben werden soll.
Ein einzelner angehobener Punkt hebt die Kurve auf ganzer Länge an – auch bei geringer Sättigung. Deshalb einen Schutzpunkt setzen:
| Punkt | Input | Output | Zweck |
|---|---|---|---|
| Schutzpunkt | 0,10–0,15 | gleich Input | Hintergrund und Farbrauschen unverändert |
| Strukturpunkt | ca. 0,45–0,5 | Input + ca. 0,05 | vorhandene Farben moderat anheben |
| optional oben | z. B. 0,75 | z. B. 0,85 | stark gesättigte Bereiche zusätzlich verstärken |
Farbton verschieben mit Kanal H
Ein Punkt im betreffenden Farbtonbereich wird nach oben oder unten verschoben; der Farbton wandert entsprechend. Helligkeit und Sättigung bleiben.
- Nur kleine Verschiebungen – große erzeugen harte Farbübergänge.
- Nachbarbereiche mit zusätzlichen Punkten auf der Diagonalen festhalten.
- Farbtonabhängige Sättigung ist mit Kanal H nicht möglich; dafür ColorSaturation.
Tonbereiche an Messwerte angleichen
Warumeine Kurve und kein Schwarzpunkt?
Ein Schwarzpunkt verschiebt alle Tonwerte und nimmt auch Bereiche mit, die bereits passen. Eine Kurve mit fixierten Punkten verändert nur den Bereich zwischen den Fixpunkten.
Gemessene Werte werden direkt zu Kurvenpunkten: Input = gemessener Wert, Output = Zielwert. Werte zwischen den Punkten interpoliert die Kurve weich.
| Ziel | Punkte |
|---|---|
| nur Mitteltöne verschieben | Dunkel und Hell mit Output = Input fixieren, Mittel auf den Zielwert |
| Kontrast angleichen | alle Messpunkte auf ihre Zielwerte |
Das vollständige Verfahren: Misst an festen Stellen, ob separate Luminanz und Farbbild in Hintergrund, Mitteltönen und Lichtern zueinander passen, und gleicht die Luminanz per Kurve an – damit die LRGB-Kombination weder blass noch übersättigt wird. Grundlage öffnen →.
Hintergrund abdunkeln
Warumeine Kurve statt eines Schwarzpunkts?
Die Kurve senkt den Hintergrund ab, ohne Werte abzuschneiden; dunkle Strukturen verlaufen weich ins Dunkle. Ein echter Schwarzpunkt schneidet alles darunter hart ab. Die Kurve ist daher die schonendste Variante, wenn der Hintergrund nur etwas zu hell ist.
| Punkt | Input | Output | Zweck |
|---|---|---|---|
| 1 | Hintergrund-Peak | etwas niedriger (z. B. −0,03) | Hintergrund abdunkeln |
| 2 | ca. 0,40 | gleich Input | Mitteltöne fixieren |
- Punkt 1 auf den Peak, nicht an den linken Fuß: Am Fuß liegen die dunkelsten Strukturen; ein Punkt dort dunkelt vor allem diese ab, während der Hintergrund am Peak grau bleibt.
- Ohne Mitteltonpunkt liegt die Kurve vollständig unter der Diagonalen und dunkelt die Struktur mit ab.
- Ist der Hintergrund deutlich zu hell, ist ein echter Schwarzpunkt angebracht: Streckt lineare Daten so, dass der Kontrast gezielt um einen wählbaren Helligkeitswert entsteht – in mehreren kleinen Durchgängen, im Wechsel mit einem Schwarzpunkt. Grundlage öffnen → oder HistogramTransformation mit Clipping-Anzeige (unter etwa 0,01–0,05 %).
Mit Maske
Soll nur ein Teil des Bildes betroffen sein – etwa Nebel heller als der Hintergrund –, begrenzt eine Maske die Wirkung (z. B. Erzeugt eine Maske aus einem Helligkeitsbereich – etwa „alles heller als der Hintergrund“ –, damit ein folgender Prozess nur dort wirkt. Grundlage öffnen →). Weiß = volle Wirkung, Schwarz = keine.
Woran man ein gutes Ergebnis erkennt
Typische Fehler
| Beobachtung | Ursache | Maßnahme |
|---|---|---|
| Kurve ohne Wirkung | Kanal S oder H aktiv auf einem Graustufenbild | Kurve zurücksetzen, Kanal RGB/K |
| Wirkung nur in Teilen des Bildes | Maske noch aktiv | Mask → Remove Mask |
| Farbstich nach einer Kontrastkurve | Kurve auf R, G oder B statt RGB/K | auf RGB/K wiederholen |
| Dunkle Bereiche strukturlos schwarz | Schattenpunkt zu stark abgesenkt | Schattenpunkt weniger absenken |
| Hintergrund nach Sättigung farbig | Schutzpunkt fehlt | Schutzpunkt bei 0,10–0,15 |
| Tonwertabrisse, Wellen | Punkte zu dicht oder zu steil | weniger Punkte, sanfterer Verlauf |
| Kurve vollständig über oder unter der Diagonalen, obwohl Kontrast angeglichen werden sollte | Eingabefehler, z. B. vertippter Output | Werte prüfen |
Wann sinnvoll – und wann nicht
| Sinnvoll | Besser ein anderes Werkzeug |
|---|---|
| globalen Kontrast in bestimmten Tonbereichen formen | lokalen Kontrast betonen → Hebt lokalen Kontrast an – Strukturen, die sich kaum von ihrer direkten Umgebung unterscheiden, treten hervor, ohne die globalen Tonwerte zu verschieben. Grundlage öffnen → |
| Sättigung abhängig von der vorhandenen Sättigung anheben | eine bestimmte Farbe anheben → ColorSaturation |
| Farbtöne leicht verschieben | Weißbalance, Farbkalibrierung → Kalibriert die Farben eines Breitband- oder OSC-Bildes, indem Tausende Sterne mit Gaia-Spektren verglichen werden – objektiv und reproduzierbar, inklusive Hintergrundneutralisierung. Grundlage öffnen → |
| Tonbereiche an Messwerte angleichen | Grundstreckung linearer Daten → Streckt lineare Daten so, dass der Kontrast gezielt um einen wählbaren Helligkeitswert entsteht – in mehreren kleinen Durchgängen, im Wechsel mit einem Schwarzpunkt. Grundlage öffnen → |
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