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GeneralizedHyperbolicStretch (GHS)

GeneralizedHyperbolicStretch (GHS) überführt lineare Daten in ein sichtbares Bild. Anders als eine feste Kurve legt GHS fest, um welchen Helligkeitswert der Kontrast am stärksten wächst, und begrenzt die Streckung darunter und darüber.

Zweck

AufgabeEinstellung
lineare Daten in ein nichtlineares Bild überführenGrundstreckung, SP auf dem Hintergrund
Hintergrund abdunkeln, ohne Information zu verlierenTransformation type Linear, Blackpoint
Farbbild strecken, ohne dass Farben verblassenMode Colour
WarumGHS statt einer einzelnen Histogrammstreckung?

Eine HistogramTransformation hebt alle Tonwerte mit einer festen Kurve an. GHS legt den Bereich der stärksten Kontrastanhebung (SP) frei fest und begrenzt die Streckung oberhalb (HP) und unterhalb (LP). So entsteht Kontrast genau dort, wo die schwachen Strukturen liegen, ohne Sterne auszubrennen. Mehrere kleine Durchgänge sind besser steuerbar als ein großer, weil nach jedem neu gemessen wird.

Prinzip

  • Bei positiver Streckung (D > 0) liegt die Kurve über ihre ganze Länge über der Diagonalen: jeder Wert wird angehoben, auch der Hintergrund. Der Hintergrund-Peak wandert nach rechts.
  • GHS streckt nur; der Schwarzpunkt bleibt bei 0. Der Hintergrund schwebt danach bei einem mittleren Grau, links davon bleibt der Tonwertbereich leer – das Bild wirkt milchig. SP und LP ändern daran nichts.
  • Ein Schwarzpunkt allein dunkelt den Hintergrund ab, zieht aber schwache Strukturen mit, solange sie noch nah am Hintergrund liegen.
  • Daraus folgt das Prinzip: Streckung und Schwarzpunkt im Wechsel. Die Streckung zieht Struktur und Hintergrund auseinander, der Schwarzpunkt holt den Hintergrund wieder herunter. Jede Wiederholung vergrößert den Abstand.
  • Die Auto-STF wirkt kontrastreicher als ein reiner GHS-Durchgang, weil sie Streckung und Schwarzpunkt kombiniert (ca. Median − 2,8 × MAD).

Parameter

ParameterKürzelWirkungTypische Wahl
Stretch factor (ln(D+1))DStärke der Streckung pro Durchganghoch bei der Grundstreckung (linearer Hintergrund sehr dunkel), später kleiner für feinere Steuerung
Local intensitybBündelung des Kontrasts um SP; höher = gezielterhoch bei der Grundstreckung, später niedriger für gleichmäßige Anhebung
Symmetry pointSPWert, um den der Kontrast maximal wächstauf dem Hintergrund-Peak – Struktur direkt darüber erhält den meisten Kontrast
Protect shadowsLPunterhalb keine zusätzliche Kontrastanhebungverhindert verstärktes Rauschen unter dem Hintergrund; verhindert nicht dessen Aufhellung
Protect highlightsHPbegrenzt die Streckung oberhalbschützt Sternkerne und helle Bereiche vor dem Ausbrennen

Bedienung

  • Vorher eine Kopie anlegen; das lineare Original bleibt Rückfallpunkt.
  • Real-Time Preview aktivieren und die STF im Hauptbild zurücksetzen (Strg+F12). Die Vorschau übernimmt sonst die STF und streckt zusätzlich.
  • Das Bild muss 32-Bit-Gleitkomma sein (Statusleiste des Hauptfensters: f32). In 16 Bit hätte ein linearer Hintergrund von 0,0001 nur wenige Stufen – Strecken erzeugt Treppen. Die Vorschau zeigt ihr eigenes Format (z. B. i16), nicht das des Bildes.

Werte messen

  1. Im Hauptbild Auto-STF einschalten (Strg+A) – sie verändert nur die Anzeige, nicht die Pixelwerte.
  2. Bei geöffnetem GHS mit gedrückter linker Maustaste auf die Stelle klicken; Werte unter Readout Data.
  3. Send to SP überträgt den Wert. LP hat keinen eigenen Knopf: Wert eintragen oder unter Fine adjustment LP wählen.
  4. STF im Hauptbild wieder zurücksetzen.
  • Stabilen Wert über Edit → Readout Options: Probe size 9×9 oder 15×15, Mean oder Median, Apply Global. Median ist robuster, wenn ein schwacher Stern im Messbereich liegt.
  • Alternativ im GHS-Graphen auf den Hintergrund-Peak klicken (Graph zoomen; im linearen Bild liegt der Peak ganz links).
  • Der Peak wandert mit jedem Durchgang nach rechts → vor jedem Durchgang neu messen.

Typische Anwendungen

Grundstreckung im Zyklus

1  Grundstreckung (1–2 Durchgänge)      SP = Hintergrund, LP = 0
        ↓
2  Schwarzpunkt (Linear)                bis knapp vor den linken Fuß des Peaks
        ↓
3  SP neu messen, Streckung             SP = Hintergrund, LP knapp unter SP
        ↓
4  Schwarzpunkt (Linear)                kleiner Schritt
        ↓
   3–4 wiederholen, bis Struktur klar getrennt und Hintergrund dunkel
SchrittTransformation typeDbSPLPHP
1 GrundstreckungGeneralised Hyperbolic2–44–8Hintergrund01,0
2 SchwarzpunktLinear–––––
3 StreckungGeneralised Hyperbolic1–32–4Hintergrund (neu)knapp unter SP0,95–1,0
4 SchwarzpunktLinear–––––
WarumLP ab dem zweiten Durchgang knapp unter SP?

Nach dem ersten Schwarzpunkt liegen unter dem Hintergrund nur noch Rauschen und die dunkelsten Strukturen. LP verhindert, dass dieser Bereich mit jedem Durchgang mehr Kontrast und damit sichtbares Rauschen erhält. LP darf nie über SP liegen.

  • Bei sehr dunklem linearem Hintergrund (Median um 10⁻⁴) braucht die Grundstreckung mehrere Durchgänge.
  • Kontrastdurchgänge mit SP auf schwacher Struktur sind meist nicht sinnvoll: SP und Hintergrund liegen zu nah beieinander, der Hintergrund hellt mit auf, und Sterne blähen auf. Lokaler Kontrast entsteht besser später mit oder .

Schwarzpunkt setzen

  1. Transformation type: Linear.
  2. Blackpoint höchstens bis knapp links vom linken Fuß des Histogramm-Peaks anheben, nie bis zum Peak.
  3. In der Vorschau prüfen: Hintergrund dunkler, schwache Strukturen weiterhin sichtbar.
Warumnur bis zum Fuß?

Links vom Fuß liegen nur Rauschen und sehr wenige Pixel; ein Schwarzpunkt dort kostet keine Information. Am Peak würde der halbe Hintergrund abgeschnitten.

  • Nicht clippen: links kein Pixelstapel an der Null. Abgeschnittene Pixel sind verloren.
  • Alternative: HistogramTransformation, Schatten-Regler; der Dialog zeigt den Anteil abgeschnittener Pixel – unter etwa 0,01–0,05 % bleiben.
  • Zwischen-Schwarzpunkte dürfen kräftig sein, der letzte behutsam: Er legt fest, wie viel Luft die dunklen Bereiche im Endbild behalten.

Farbbilder: Colour-Modus

Bereich Colour Options:

ElementFunktion
ModeRGB: jeder Kanal unabhängig – Farben verblassen. Colour: alle Kanäle eines Pixels im selben Verhältnis – Sättigung bleibt
Clip typeBehandlung von Werten über 1; Standard RGBBlend
Colour blend1,000 = reiner Colour-Modus, kleinere Werte mischen RGB bei
Use RGB working spacegewichtet nach den Luminanzkoeffizienten des Arbeitsraums

Einstellung: Mode Colour, Colour blend 1,000, Use RGB working space aktiviert – vor jedem Durchgang prüfen. Für monochrome Bilder ohne Bedeutung.

WarumColour-Modus?

Eine Streckung ist eine nichtlineare Kurve. Auf jeden Kanal einzeln angewendet, verändern sich die Kanalverhältnisse eines Pixels: Der dunkelste Kanal wird relativ am stärksten angehoben, alle Farben wandern Richtung Grau. Im Colour-Modus wird ein gewichteter Mittelwert gestreckt und jeder Kanal mit demselben Faktor skaliert – die Farbe bleibt. Use RGB working space gewichtet nach der Helligkeitsempfindlichkeit (Grün stärker), sodass die Streckung der wahrgenommenen Helligkeit folgt.

Monochrome Bilder: Auto-STF übernehmen

Schnelle Alternative ohne GHS:

  1. Lineares Bild, Auto-STF (Strg+A).
  2. STF-Dreieck per Drag & Drop auf die untere Leiste von HistogramTransformation.
  3. STF zurücksetzen (Strg+F12), HistogramTransformation anwenden.

Nur für Graustufenbilder: Die Auto-STF streckt jeden Kanal getrennt und würde bei Farbbildern die Sättigung reduzieren. Sie setzt den Hintergrund eher hell (etwa 0,25); bei Bedarf kleiner Schwarzpunkt-Schritt.

Woran man ein gutes Ergebnis erkennt

Typische Fehler

BeobachtungUrsacheMaßnahme
Sterne ausgebrannt, aufgeblähtHP zu hoch, D zu großHP senken, D pro Durchgang reduzieren
Hintergrund milchig, flauSchwarzpunkt fehltDurchgang mit Linear und Blackpoint
Struktur verschwindet nach dem SchwarzpunktStruktur noch zu nah am HintergrundSchwarzpunkt zurücknehmen, weiter strecken, dann erneut
Farben blassMode RGBMode Colour mit Use RGB working space
Struktur flachzu wenige Zyklenweiterer Zyklus Streckung + Schwarzpunkt
Treppen, TonwertabrisseBild in 16 Bitauf 32-Bit-Gleitkomma umstellen, neu strecken
Vorschau wirkt zu hellSTF im Hauptbild aktivStrg+F12

Wann sinnvoll – und wann nicht

SinnvollBesser ein anderes Werkzeug
lineare Daten kontrolliert streckenschneller Graustufen-Stretch → Auto-STF über HistogramTransformation
Hintergrund abdunkeln ohne AbschneidenTonbereiche im nichtlinearen Bild angleichen →
Farbbild mit erhaltener Sättigung streckenlokaler Kontrast →
Verwendet in

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