GradientCorrection
GradientCorrection (GC) erstellt ein glattes Modell des Hintergrundverlaufs und zieht es vom linearen Bild ab. Eine Structure Protection verhindert, dass Nebelstrukturen als Gradient gewertet werden.
Zweck
| Aufgabe | Einstellung |
|---|---|
| Lichtverschmutzungs- und Mondgradienten entfernen | Standardwerte, Structure Protection |
| großräumige Farbverläufe über das ganze Bild entfernen | zusätzlich Simplified Model |
| Struktur vor dem Modell schützen | Protection Threshold und Amount |
Prinzip
- GC urteilt nach Glätte: Alles, was großräumig und glatt ist, gilt als Gradient. Großräumige echte Emission (Milchstraße, ausgedehnte Nebel) kann deshalb teilweise im Modell landen – dagegen hilft die Structure Protection bzw. Korrigiert Gradienten anhand einer Referenzkarte des Himmels (MARS) und kann so großräumiges echtes Signal von Gradienten unterscheiden. Für Breitbanddaten; setzt SPFC voraus. Grundlage öffnen →.
- Alles, was im Modell steht, wird vom Bild abgezogen. Das Modell muss glatt sein und darf keine Nebelformen enthalten.
- Gradienten unterscheiden sich je Filter (Lichtverschmutzung ist spektral nicht neutral, Mondlicht wirkt im Blauen stärker). Bei Mono-Daten jeden Master einzeln korrigieren, vor der Kombination; nach der Kombination wären die Verläufe zu Farbverläufen verschmolzen.
- Vor der Farbkalibrierung korrigieren: Ein Gradient würde Hintergrundbestimmung und Weißbalance verfälschen.
Parameter
| Parameter | Wirkung | Typische Wahl |
|---|---|---|
| Automatic convergence | iteriert, bis das Modell stabil ist | aktiviert |
| Structure protection | schützt erkannte Strukturen vor dem Modell | aktiviert |
| Protection Threshold | was als Struktur gilt; niedriger = auch schwache Strukturen | 0,05–0,1 |
| Protection Amount | wie stark geschützt wird, d. h. wie weit das Modell dort von den Bildwerten abgekoppelt wird | 0,5 als Start |
| Generate gradient model | gibt das Modell als Bild aus | aktiviert |
| Generate protection masks | gibt die Schutzmasken aus (bei RGB je Kanal) | aktiviert |
| Low / High threshold und tolerance | schließen ungewöhnlich dunkle bzw. helle Bereiche (Sterne) aus der Modellbildung aus | Standard 0,20 / 0,50 / 0,05 / 0,00 |
| Scale | Größenskala des Modells | Standard 5,00 |
| Smoothness | Glättung des Modells | Standard 0,40 |
| Simplified Model / Model degree | zusätzliches Polynom für den großräumigen Verlauf | aus; bei Bedarf Grad 1 |
| Amount | Wirkung | Risiko |
|---|---|---|
| zu niedrig | Strukturen kaum geschützt | Nebelsignal landet im Modell und wird abgezogen |
| etwa 0,5 | ausgewogen | – |
| zu hoch | Gradient unter und neben Strukturen kaum erfasst | Restgradient, fleckiger Hintergrund in Nebelnähe |
Bedienung
- Vorher zuschneiden (DynamicCrop): Streulicht-Streifen, Stacking-Ränder und andere Artefakte entfernen. Sonst versucht GC, sie als Gradient zu modellieren, und verfälscht den Hintergrund in der Umgebung.
- Auf das lineare Bild anwenden, mit Threshold 0,05–0,1 und Amount 0,5.
- Schutzmasken, Modell und Ergebnis prüfen (siehe Kontrolle); nur nachjustieren, wenn eine Prüfung auffällt.
Typische Anwendungen
Ausgedehnte Emission, schwache Kanäle
Wenn Nebel große Bildteile füllt (Schmalband, Milchstraßenfelder): Protection Threshold niedrig halten, damit auch schwache Ausläufer als Struktur gelten. Bei schwachen Kanälen (OIII, SII) besonders vorsichtig – dort liegt die Struktur nur knapp über dem Hintergrund.
Großräumiger Farbverlauf
Weitfeldaufnahmen zeigen oft einen Verlauf über das ganze Bild (z. B. rötlich auf einer, grünlich auf der anderen Seite).
- Zuerst ohne Simplified Model korrigieren.
- Bleibt ein gleichmäßiger Verlauf: Simplified Model, Model degree 1, erneut korrigieren und vergleichen.
- Höhere Grade nur bei deutlich gekrümmten Verläufen.
Modell nachjustieren
| Beobachtung | Maßnahme |
|---|---|
| Restgradient sichtbar | Scale und Smoothness schrittweise senken; das Modell darf keine Nebelstruktur aufnehmen |
| Modell zeigt Nebel- oder Filamentformen | Scale bzw. Smoothness erhöhen; Amount 0,6–0,7 |
| Höfe um Filamente oder helle Sterne im Ergebnis | Schutz zu stark → Amount etwas senken |
| nahezu das ganze Bild geschützt, Restgradient bleibt | Threshold leicht erhöhen (z. B. 0,1) |
Heller Stern im Feld
Der Halo eines hellen Sterns darf nicht als Gradient modelliert werden. Das Modell auf Ringe oder helle Flecken um den Stern prüfen.
Alternative: DynamicBackgroundExtraction
DBE mit wenigen Samples (10–20), nur in eindeutig nebelfreien Bereichen und nicht im Halo heller Sterne. Warum wenige: Jedes Sample im Nebel zieht das Modell nach oben und subtrahiert Nebelsignal.
Woran man ein gutes Ergebnis erkennt
Typische Fehler
| Beobachtung | Ursache | Maßnahme |
|---|---|---|
| Nebelausläufer schwächer als vorher | Nebel im Modell | Threshold senken, Amount erhöhen, Modell prüfen |
| Ringe oder Flecken um einen hellen Stern im Modell | Halo als Gradient erfasst | Schutz anpassen; bei DBE keine Samples im Halo |
| Streifen bleiben im Ergebnis | Artefakte vor der Korrektur nicht entfernt | zuschneiden, erneut korrigieren |
| Farbverlauf zu den Rändern bleibt | großräumiger Anteil nicht erfasst | Simplified Model, Grad 1 |
| Fleckiger Hintergrund in Nebelnähe | Amount zu hoch | Amount senken |
Wann sinnvoll – und wann nicht
| Sinnvoll | Besser ein anderes Werkzeug |
|---|---|
| Gradienten in Breitband- und Schmalbanddaten | großräumige echte Emission unterscheiden → Korrigiert Gradienten anhand einer Referenzkarte des Himmels (MARS) und kann so großräumiges echtes Signal von Gradienten unterscheiden. Für Breitbanddaten; setzt SPFC voraus. Grundlage öffnen → (Breitband, mit Referenzdaten) |
| schnelle, robuste Korrektur ohne Referenzdaten | einzelne Problemstellen gezielt → DBE mit wenigen Samples |
HaLRGB-Workflow · MultiscaleGradientCorrection (MGC) · OSC-Workflow mit Quad-Bandpass-Filter · Schmalband-Workflow (HOO/SHO) · WeightedBatchPreprocessing (WBPP)