Grundlage · PixInsight 1.9.x

LocalHistogramEqualization (LHE)

LocalHistogramEqualization (LHE) spreizt für jeden Pixel die Helligkeitswerte seiner Umgebung. So treten Strukturen hervor, die sich nur wenig von ihrer direkten Nachbarschaft unterscheiden – auch wenn sie im Gesamtbild in denselben Mitteltönen liegen.

Zweck

AufgabeEinstellung
große Formen und Ränder betonengroßer Kernel
Feinstruktur innerhalb der Formen betonenkleiner Kernel
beideszwei Durchgänge, erst groß, dann klein

Prinzip

WarumLHE statt einer Kurve?

Eine Kurve wirkt global: Jeder Pixel mit demselben Wert wird gleich verändert, unabhängig von seiner Lage. LHE wirkt lokal: Für jeden Pixel wird seine Umgebung (Kernel) betrachtet und die Helligkeitswerte darin gespreizt. Nebelfilamente, Schleier und Dunkelwolken unterscheiden sich oft nur wenig von ihrer Umgebung – genau dafür ist LHE gemacht.

Die Größe des Kernels bestimmt, welche Strukturgröße betont wird. Ein Kernel, der viel größer ist als die Struktur, betont nicht die Struktur, sondern ihre Umgebung.

Parameter

ParameterWirkungTypischer Bereich
Kernel RadiusGröße der betrachteten Umgebung; bestimmt die betonte Strukturgrößegroß: Gesamtformen; klein: Feindetails
Contrast Limitbegrenzt die Kontrastanhebung; ohne Begrenzung massive Rauschverstärkung in gleichförmigen Flächen1,5–2,0
AmountMischung mit dem Original; 1,0 meist zu hart0,1–0,4
Histogram ResolutionStufen des lokalen Histogramms (8 Bit = 256, 10 Bit = 1.024, 12 Bit = 4.096); nur intern, das Bild bleibt 32 Bit8 Bit
Circular Kernelgleiche Gewichtung in alle Richtungen; ein quadratischer Kernel bevorzugt Diagonalen und kann Blockmuster erzeugenaktiviert

Bedienung

  • Auf ein sternloses Bild oder eine Luminanz anwenden: Sterne würden sonst Höfe und Säume bekommen.
  • Real-Time Preview nutzen; Wirkung bei 1:1 beurteilen.
  • Histogram Resolution nur bei Stufen oder Bändern in weichen Flächen auf 10 oder 12 Bit erhöhen – spürbar langsamer, besonders bei großem Kernel.
  • Rauschen wird durch LHE sichtbarer; Entrauschen deshalb nach LHE.

Typische Anwendungen

Zwei Durchgänge

Warumzwei Durchgänge?

Ein großer Kernel betont ganze Formen, ein kleiner die Feinstruktur innerhalb dieser Formen. Ein einzelner mittlerer Kernel erreicht beides nur halb.

DurchgangKernel RadiusContrast LimitAmountbetont
1 großräumig64–1281,5–2,00,2–0,4große Nebelformen, Filamente, Ränder
2 fein16–321,50,1–0,2feine Strukturen innerhalb der Formen

Schmale Filamente

Bei schmalen, faserigen Strukturen (z. B. Supernova-Überreste wie der Schleiernebel) kleinere Kernel: Durchgang 1 mit 48–64, Durchgang 2 mit 12–24. Ein großer Kernel würde die Umgebung der Fasern betonen statt die Fasern selbst.

Woran man ein gutes Ergebnis erkennt

Typische Fehler

BeobachtungUrsacheMaßnahme
Effekt zu schwachAmount niedrigAmount in Schritten von 0,05 erhöhen
Säume an Kanten, harter LookAmount oder Contrast Limit zu hochAmount oder Contrast Limit senken
Rauschen im Hintergrund verstärktContrast Limit hochContrast Limit senken; anschließend
Stufen, Bänder in weichen FlächenHistogramm zu grobHistogram Resolution 10 oder 12 Bit
Blockartige Musterquadratischer KernelCircular Kernel aktivieren
Höfe um Sterneauf ein Bild mit Sternen angewendetauf das sternlose Bild anwenden

Wann sinnvoll – und wann nicht

SinnvollBesser ein anderes Werkzeug
lokalen Kontrast von Nebelstrukturen betonenglobalen Kontrast formen →
Feinstruktur in einer Luminanz herausarbeitenStrukturen nur über dem Hintergrund anheben →
Verwendet in

CurvesTransformation · GeneralizedHyperbolicStretch (GHS) · HaLRGB-Workflow · OSC-Workflow mit Quad-Bandpass-Filter · RangeSelection (Range Mask) · Schmalband-Workflow (HOO/SHO)