Grundlage · PixInsight 1.9.x

Luminanz und Farbbild abgleichen

Bevor eine separate Luminanz mit einem Farbbild kombiniert wird, müssen beide in ihren Helligkeiten zueinander passen. Das Verfahren misst an festen Stellen, wertet das Muster der Abweichungen aus und gleicht die Luminanz mit einer Kurve an.

Zweck

AufgabeVorgehen
prüfen, ob Luminanz und Farbbild zusammenpassenMessen an Previews
Abweichungen gezielt korrigierenKurve aus den Messwerten
Restunterschiede ausgleichenLightness und Saturation in

Prinzip

Warumvergleichen?

LRGBCombination ersetzt das L* des Farbbildes durch die Luminanz; a* und b* bleiben. Ist die Luminanz an einer Stelle heller als das L* des Farbbildes, bekommt dieser Bereich mehr Helligkeit bei gleicher Farbinformation – er wirkt blasser. Ist sie dunkler, wirkt er übersättigt und dunkel. Erst wenn beide Helligkeiten zueinander passen, entsteht ein ausgewogenes Bild.

Ziel ist, dass Hintergrund, schwache Strukturen und helle Bereiche in beiden Bildern ähnlich zueinander stehen. Angepasst wird die Luminanz, nicht das Farbbild.

Warumdie Luminanz anpassen und nicht das Farbbild?

Das Farbbild ist farblich abgestimmt (Weißbalance, Hintergrund). Jede Kurve dort verändert Sättigung und Farbbalance mit. Die Luminanz ist monochrom; eine Kurve verändert dort nur die Helligkeit.

Bedienung

Luminanz des Farbbildes extrahieren

Warumnicht direkt auf dem Farbbild messen?

Ein Readout auf dem Farbbild liefert Kanalwerte oder deren Median. Bei rotem Nebel ist R hoch, G und B niedrig; der Median liegt dann nahe G oder B und unterschätzt die Helligkeit. Vergleichbar ist nur das L*, weil genau dieses in der Kombination ersetzt wird.

  1. ChannelExtraction auf das Farbbild.
  2. Color space CIE L*a*b*, nur L aktivieren.
  3. Anwenden → Graustufenbild, z. B. Farbbild_L.

Messstellen festlegen

Messungen per Mausklick sind schwer reproduzierbar. Previews haben exakte Koordinaten, lassen sich auf das zweite Bild übertragen, werden im Projekt gespeichert und können nach jeder Änderung erneut gemessen werden.

  1. In der Luminanz drei kleine Previews (z. B. 20×20 px) aufziehen – mit Alt+N oder über Preview → New Preview… mit Koordinaten.
  2. Umbenennen (Doppelklick auf den Preview-Tab):
PreviewLage
Dunkelsternfreier Hintergrund
Mittelschwache Struktur, z. B. Nebelausläufer
Hellhelle Objektstelle
optional weitereBereich einer zweiten Strukturfarbe, z. B. OIII
  1. Preview-Tab auf die Tab-Leiste des anderen Bildfensters ziehen → dort entsteht eine Preview mit identischer Lage und Größe. Beide Bilder müssen dieselben Abmessungen haben.

Nicht auf Sterne oder Sternreste legen – sie verfälschen den Messwert.

Messen

  • Empfohlen: Statistics – Prozess öffnen, oben die Preview wählen, Median ablesen. Der Median über eine Fläche ist stabiler als ein einzelner Messpunkt.
  • Alternative: Readout – Edit → Readout Options: Probe size 9×9 oder 15×15, Mean oder Median, Apply Global; in beiden Bildern an denselben Koordinaten messen.
MessstelleLuminanzFarbbild_LDifferenz
Dunkel
Mittel
Hell

Typische Anwendungen

Muster auswerten

MusterBedeutungKorrektur an der Luminanz
alle Werte ähnlich (wenige Hundertstel)passtkeine
nur Mittel abweichendMitteltöne unterschiedlichKurve: Dunkel und Hell fixieren, Mittel verschieben
Dunkel und Mittel höher, Hell niedrigerLuminanz mit weniger KontrastKurve als sanfte S-Kurve
Dunkel und Mittel niedriger, Hell höherLuminanz mit mehr KontrastKurve als inverse S-Kurve
nur Dunkel deutlich abweichendHintergrund unterschiedlichSchwarzpunkt bzw. Kurvenpunkt
alle gleichmäßig höher oder niedrigerglobale Helligkeit unterschiedlichKurve oder Lightness in LRGBCombination
nur eine Strukturfarbe abweichendsynthetische Luminanz enthält diese Struktur zu schwach oder zu starkGewichtung der synthetischen Luminanz prüfen

Angleichen mit einer Kurve

Jeder Messwert wird ein Kurvenpunkt in : Input = Wert der Luminanz, Output = Wert aus Farbbild_L. Vorher Maske entfernen, Kurve zurücksetzen, Kanal RGB/K.

ZielDunkelMittelHell
nur MitteltöneOutput = InputZielwertOutput = Input
Kontrast angleichenZielwertZielwertZielwert

Kompromiss bei zusätzlichem Signal

Enthält die Luminanz zusätzliches Signal (z. B. Ha in einer synthetischen oder HaL-Luminanz), sind schwache Strukturen dort bewusst heller. Den Mittel-Punkt dann nicht vollständig auf den Zielwert setzen, sondern zwischen Luminanz- und Zielwert: Ein Teil der zusätzlichen Details bleibt, ohne die Farben dieser Bereiche stark auszuwaschen.

Beispiel

Beispiel (HaLRGB): Vergleich nach dem Strecken.

MessstelleLuminanzFarbbild_L
Dunkel0,1270,13
Mittel0,250,18
Hell0,6580,67

Muster „nur Mittel abweichend“ (Ha-Signal in der Luminanz) → nur Mitteltöne, mit Kompromiss: Dunkel 0,13 → 0,13, Mittel 0,25 → 0,21, Hell 0,66 → 0,66.

Derselbe Datensatz vor der Kombination, nach Bearbeitung der sternlosen Bilder: Dunkel 0,14 / 0,10, Mittel 0,26 / 0,20, Hell 0,61 / 0,64. Muster „weniger Kontrast“ → sanfte S-Kurve: 0,14 → 0,105, 0,26 → 0,21, 0,61 → 0,63.

Woran man ein gutes Ergebnis erkennt

Typische Fehler

BeobachtungUrsacheMaßnahme
Messwerte schwankenMessung per Klick, Stern im MessbereichPreviews und Statistics (Median)
Kurve ganz unter oder über der Diagonalen, obwohl Kontrast angeglichen werden sollteEingabefehler, z. B. vertippter OutputWerte prüfen
Dunkelwolken nach der Kurve schwarzDunkel-Punkt zu stark abgesenktweniger absenken
Ha-Details nach der Kombination verlorenMittel-Punkt vollständig auf den ZielwertKompromiss zwischen Luminanz- und Zielwert
Struktur nach der Kombination schwächerkeine Messstelle auf dieser Strukturzusätzliche Messstelle,
Preview lässt sich nicht übertragenBilder unterschiedlich großgleiche Abmessungen sicherstellen

Wann sinnvoll – und wann nicht

SinnvollBesser ein anderes Werkzeug
vor jeder Kombination aus separater Luminanz und Farbbild (LRGB, HaLRGB, synthetische Luminanz)Farbbild ohne separate Luminanz → kein Abgleich nötig
erneut, wenn eines der beiden Bilder danach verändert wurde (Kurven, Sättigung, LHE)Restunterschiede nach dem Abgleich →
Verwendet in

CurvesTransformation · HaLRGB-Workflow · LRGBCombination · OSC-Workflow mit Quad-Bandpass-Filter · Schmalband-Workflow (HOO/SHO) · Synthetische Luminanz