Grundlage · PixInsight 1.9.x

MultiscaleGradientCorrection (MGC)

MultiscaleGradientCorrection (MGC) vergleicht das Bild mit einer Referenzkarte des Himmels (MARS). Strukturen kleiner als eine wählbare Skala übernimmt MGC aus dem eigenen Bild, größere werden an die Referenz angepasst.

Zweck

AufgabeEinstellung
Gradienten in Feldern mit großräumiger echter Emission entfernenGradient scale 1024 als Start
eigene Daten stärker gewichten als die ReferenzGradient scale größer
WarumMGC statt GradientCorrection?

urteilt nur nach Glätte: Alles Großräumige gilt als Gradient. MGC vergleicht mit einer Referenzkarte und kann so großräumiges echtes Signal – Milchstraßen-Emission, ausgedehnte Nebel – von Gradienten unterscheiden.

Prinzip

  • MARS ist eine Referenz des Himmels aus Breitbanddaten. Bildbereiche, die größer sind als die Gradient scale, werden an diese Referenz angeglichen; kleinere Strukturen stammen aus dem eigenen Bild.
  • Für den Vergleich braucht MGC die Helligkeit des Bildes in absoluten Einheiten. Diese liefert vorher SPFC (SpectrophotometricFluxCalibration).
  • Weicht das Bild spektral von der Breitband-Referenz ab (z. B. mit Linienfilter), gleicht eine kleine Skala auch echte Unterschiede an die Referenz an.

Parameter

ParameterWirkungTypische Wahl
Gradient scaleGrenze zwischen eigenem Bild und Referenz1024 (Standard)
Gradient scaleWirkungRisiko
kleiner (z. B. 512)gründlichere GradientenentfernungUnterschiede zur Referenz werden als Gradient abgezogen
1024ausgewogen–
größer (1536–2048)eigene Daten bestimmen auch größere Strukturengroßräumige Restgradienten möglich

Bedienung

Voraussetzungen: Gaia-DR3/SP- und MARS-Daten installiert; Bild zugeschnitten (DynamicCrop); astrometrische Lösung vorhanden.

  1. ImageSolver, falls die Lösung nicht aus stammt.
  2. SPFC (SpectrophotometricFluxCalibration): QE-Kurve des Sensors und die verwendeten Filterkurven wählen; Gray filter hat bei RGB-Bildern keine Bedeutung. SPFC berechnet nur Skalierungsfaktoren für Flusseinheiten – keine Farbkalibrierung.
  3. MGC mit Gradient scale 1024 anwenden, am besten auf einer Kopie.
  4. Danach Farbkalibrierung mit .

SPFC-Ergebnis prüfen:

KriteriumBewertung
Total sourcesmehrere tausend je Kanal – gute Grundlage
Dispersion / Scale factorBreitband typisch 1–3 %; mit Linien- oder Mehrbandfilter höher (etwa 5–9 %), weil SPFC den Filter nicht kennt – für die Gradientenkorrektur ausreichend
Kurven (sortierte Skalierungsfaktoren)über den Großteil der Sterne flach; steile Enden (schwache bzw. gesättigte Sterne) normal

Typische Anwendungen

Mehrband- oder Linienfilter an Farbkameras

Mit einem Filter, der Emissionslinien betont (z. B. Quad-Bandpass), unterscheidet sich das Bild spektral von der Breitband-Referenz. Eine größere Skala testen (z. B. 1536), damit weniger an die abweichende Referenz angeglichen wird; zwei Kopien (1024 / 1536) vergleichen.

Vergleich GC ↔ MGC

Preview auf schwache Ausläufer, per Drag & Drop auf beide Ergebnisse, 1:1, gleiche STF. MGC erhält schwache Strukturen oft etwas besser; der Hintergrund kann leicht wärmer bleiben, weil großflächige Emission echtes Signal ist. Die Hintergrundfarbe legt ohnehin die Farbkalibrierung fest.

Woran man ein gutes Ergebnis erkennt

Typische Fehler

BeobachtungUrsacheMaßnahme
Meldung „No reference data found“Region nicht in MARS abgedeckt verwenden
MGC startet nicht oder rechnet falschSPFC fehltvorher SPFC ausführen
Echte Strukturen abgeschwächtSkala zu klein, Bild weicht spektral von der Referenz abGradient scale erhöhen
Großräumiger RestgradientSkala zu großGradient scale senken

Wann sinnvoll – und wann nicht

SinnvollBesser ein anderes Werkzeug
Breitband- und OSC-Daten mit großräumiger Emissionreine Schmalband-Masters → (MARS basiert auf Breitbanddaten)
wenn GC Nebelanteile ins Modell nimmtRegion ohne MARS-Abdeckung → GradientCorrection oder DBE
Verwendet in

GradientCorrection · HaLRGB-Workflow · OSC-Workflow mit Quad-Bandpass-Filter · SpectrophotometricColorCalibration (SPCC) · WeightedBatchPreprocessing (WBPP)