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StarXTerminator (SXT)

StarXTerminator (SXT) entfernt die Sterne aus einem Bild und liefert auf Wunsch zusätzlich ein Bild nur mit den Sternen. Nebel und Sterne lassen sich so mit jeweils passenden Werkzeugen bearbeiten und anschließend wieder zusammensetzen.

Zweck

AufgabeErgebnis
Nebel ohne Sterne bearbeiten (Kontrast, Sättigung, lokaler Kontrast)sternloses Bild
Sterne getrennt bearbeiten (Farbe, Größe)Sternbild
beides am Ende zusammensetzenScreen-Überblendung per PixelMath
WarumSterne trennen?

Jede Kontrast-, Schärfungs- und Sättigungsmaßnahme am Nebel wirkt auch auf die Sterne: Sie blähen auf, bekommen dunkle Höfe oder Farbsäume und überdecken in dichten Feldern den Nebel. Getrennt bekommt jedes Bild die passenden Werkzeuge, und das Zusammensetzen bleibt kontrollierbar.

Prinzip

  • SXT ist für nichtlineare Daten trainiert und arbeitet dort am zuverlässigsten. Im gestreckten Bild sind zudem Halos und schwache Sterne vollständig sichtbar, sodass die Trennung alle Anteile erfasst.
  • Das Bild wird kachelweise verarbeitet. Größere Überlappung der Kacheln vermeidet sichtbare Kachelgrenzen und erfasst große Sterne mit ausgedehnten Halos besser.
  • Das Sternbild kann auf zwei Arten berechnet werden. Davon hängt ab, wie es später zurückgeführt werden muss:
ohne Unscreen starsmit Unscreen stars
SternbildDifferenz: Original − Starlessso berechnet, dass die Screen-Überblendung das Original exakt ergibt
RückführungAddition: starless + starsScreen: ~((~starless) * (~stars))
über hellem NebelWerte können über 1,0 laufen → ausgebrannte Sterne, harte Ränder, dunkle Säumerechnerisch nie über 1,0 → Sterne setzen sich weich ein

Die Option betrifft nur das Sternbild; das sternlose Bild ist mit und ohne Unscreen identisch.

WarumScreen statt Addition?

Screen ist definiert als 1 − (1 − a)·(1 − b). Für kleine Werte verhält es sich wie eine Addition, für große nähert es sich 1 – das Ergebnis kann nie übersteuern, wie bei der Überlagerung zweier Lichtquellen. Werden sternloses Bild und Sternbild getrennt verändert, passen sie nicht mehr exakt zusammen; bei einer Addition entstehen dann über hellem Nebel Werte über 1 und harte Kanten, bei Screen nicht.

Parameter

OptionWirkungTypische Wahl
Generate star imagezusätzlich ein Sternbild erzeugenaktiviert für das Bild, aus dem die Sterne später kommen; sonst aus
Unscreen starsSternbild für die Screen-Rückführung berechnenaktiviert
Large overlapgrößere Überlappung der Kachelnbei dichtem Sternfeld oder großen Halos aktivieren

Bedienung

  1. Auf das gestreckte Bild anwenden.
  2. Ergebnis: das Bild selbst wird sternlos; bei Generate star image entsteht zusätzlich ein Sternbild (z. B. …_stars).
  3. Beide Bilder getrennt bearbeiten; das Sternbild enthält außer den Sternen nur schwarzen Hintergrund – Prozesse sind dort ohne Sternmaske anwendbar.
  4. Am Ende per PixelMath zurückführen (siehe unten).

Typische Anwendungen

Sterne aus dem Farbbild

Werden Farbbild und separate Luminanz getrennt bearbeitet, kommt das Sternbild aus dem Farbbild – nur dort sind Sternfarben enthalten; ein Sternbild aus der Luminanz wäre grau. Die Luminanz wird ohne Generate star image entsternt.

Sterne zurückführen

PixelMath, Destination Replace target image, auf einem Duplikat des fertigen sternlosen Bildes:

~((~Starless) * (~(Stars * s)))
Symbols: s = 1.0
  • ~x ist die Invertierung 1 − x; der Ausdruck berechnet die Screen-Überblendung.
  • Bildnamen durch die tatsächlichen IDs ersetzen.
  • Replace target image erhält FITS-Keywords und astrometrische Lösung; Create new image verwirft beides. Das Duplikat schützt das sternlose Bild als Rückfallpunkt.
sWirkung
1,0Sterne in voller Intensität
0,7–0,9zusätzliche Abschwächung

Nach einer ist s = 1,0 meist richtig: Die Sterne sind bereits verkleinert; zusätzliches Abschwächen nimmt ihnen nur Brillanz, das Bild wirkt flacher.

Woran man ein gutes Ergebnis erkennt

Typische Fehler

BeobachtungUrsacheMaßnahme
Deutliche Sternreste, KachelgrenzenÜberlappung zu kleinmit Large overlap erneut berechnen
Ausgebrannte Sterne, harte Ränder über hellem NebelAddition statt Screen bzw. Unscreen nicht aktivUnscreen und Screen-Formel
Sterne zu hell oder zu dunkel nach der RückführungFormel passt nicht zur Berechnung des SternbildsKonsistenz prüfen
Dunkle Höfe um helle SterneHintergrund unter dem Stern zu dunkel geschätztnach der Rückführung bei 1:1 prüfen; über Nebel meist kaum sichtbar
Astrometrische Lösung fehlt im EndbildPixelMath mit Create new imageRückführung mit Replace target image auf einem Duplikat
Graue Sterne im EndbildSternbild aus der LuminanzSternbild aus dem Farbbild

Wann sinnvoll – und wann nicht

SinnvollBesser ein anderes Werkzeug
Nebel und Sterne getrennt bearbeitenSterne nur verkleinern, ohne den Nebel zu bearbeiten → mit Sternmaske
dichte Sternfelder, in denen Sterne den Nebel überdeckenlineare Daten → vorher strecken, z. B.
Verwendet in

HaLRGB-Workflow · MorphologicalTransformation · OSC-Workflow mit Quad-Bandpass-Filter · PixelMath · RangeSelection (Range Mask) · Schmalband-Workflow (HOO/SHO)