Synthetische Luminanz
Eine synthetische Luminanz wird aus vorhandenen Kanälen gebildet statt mit einem L-Filter aufgenommen. Sie trägt Struktur und Schärfe; das Farbbild trägt die Farbe. Beide werden getrennt bearbeitet und mit Ersetzt die Helligkeit eines Farbbildes durch eine separate Luminanz – Struktur und Schärfe aus der Luminanz, Farbe aus dem Farbbild. Grundlage öffnen → zusammengeführt.
Zweck
| Daten | Luminanz aus | Nutzen |
|---|---|---|
| Farbkamera (OSC) | L* des Farbbildes | Struktur und Farbe getrennt bearbeiten |
| L + Ha | max(L, Ha_LF) oder gewichtet | Nebel aus Ha mit besserem Signal, Sternfeld aus L |
| Schmalband (Ha, OIII, SII) | max(Ha, OIII_LF, …) oder gewichtet | jede Struktur mit ihrem stärksten Signal |
Warumeine synthetische Luminanz?
Die Luminanz bestimmt in der LRGBCombination die gesamte Bildhelligkeit und Struktur. Eine Luminanz nur aus einem Kanal unterdrückt Strukturen, die vorwiegend in anderen Kanälen leuchten – sie würden im Endbild dunkel, obwohl das Farbbild sie enthält. Eine aus allen Kanälen gebildete Luminanz trägt jede Struktur mit ihrem stärksten Signal.
Prinzip
- Maximum nimmt an jeder Stelle den hellsten Kanal. Strukturen kommen aus dem Kanal, in dem sie am hellsten sind; Sterne werden nicht aus mehreren Bildern addiert.
- Gewichtete Summe ist weicher und rauschärmer, mittelt aber schwache Strukturen eines Kanals mit dem Rauschen der anderen.
- Vor beiden müssen die Kanäle auf ähnliche Pegel gebracht werden; sonst gewinnt bei
max()immer der Kanal mit dem höchsten Pegel, unabhängig vom Inhalt.
Bedienung
Pegel angleichen mit LinearFit
- Kopie des schwächeren Kanals anlegen (z. B.
OIII_LF). - LinearFit mit dem stärksten Kanal als Referenz.
- Auto-STF neu anwenden – mit der alten STF erscheint das Bild oft weiß. Statistics: Median ≈ Median der Referenz.
Kombinieren
Rechnet Bilder pixelweise mit Formeln zusammen – zum Kombinieren von Kanälen, Mischen von Luminanzen oder Zurückführen von Sternen. Grundlage öffnen →, Destination Create new image, Graustufen, Rescale aus.
| Variante | Ausdruck | Wirkung |
|---|---|---|
| Maximum | max(Ha, OIII_LF, SII_LF) | jede Struktur aus dem hellsten Kanal; Sterne aus dem Kanal, in dem sie am schmalsten sind |
| gewichtet | Ha*0.5 + OIII_LF*0.3 + SII_LF*0.2 | weicher, rauschärmer; Summe der Gewichte = 1 |
Empfehlung: Maximum als Start. Wirkt das Ergebnis in schwachen Bereichen verrauscht (das Maximum bevorzugt Rauschspitzen), die gewichtete Variante mit höherem Anteil des stärksten Kanals.
Typische Anwendungen
Farbkamera: L* aus dem Farbbild
ChannelExtraction auf das Farbbild, CIE L*a*b*, nur L. L* entspricht der wahrgenommenen Helligkeit und ist genau die Komponente, die LRGBCombination später ersetzt.
Da die Luminanz aus demselben Bild stammt, enthält sie keine zusätzliche Information; der Nutzen liegt allein in der getrennten Bearbeitung. Zwei Zeitpunkte sind möglich:
| Weg | Extraktion | Strecken | Abgleich vor der Kombination | Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| A – einfach | aus dem gestreckten Farbbild | entfällt | entfällt (identisch mit dem L* des Farbbildes) | Standard |
| B – mehr Kontrolle | aus dem linearen Farbbild | eigenständig | erforderlich | Luminanz soll anders gestreckt werden (tieferer Schwarzpunkt, mehr Struktur), während das Farbbild weicher bleibt |
L und Ha
max(L, Ha_LF) nach LinearFit von Ha auf L: Nebel stammt aus Ha (stärkeres Signal), Sterne und Sternfeld aus L (dort größer und heller). Gewichtet: L*0.6 + Ha_LF*0.4; mehr Ha bringt mehr Nebelstruktur, aber einen härteren Look.
Schmalband
max(Ha, OIII_LF) bzw. mit SII; Sterne kommen aus Ha, wo sie am schmalsten sind. Bei verrauschtem OIII die gewichtete Variante mit höherem Ha-Anteil.
Woran man ein gutes Ergebnis erkennt
Typische Fehler
| Beobachtung | Ursache | Maßnahme |
|---|---|---|
| Strukturen eines Kanals fehlen | Pegel nicht angeglichen | vorher LinearFit |
| Luminanz in schwachen Bereichen verrauscht | Maximum bevorzugt Rauschspitzen | gewichtete Variante |
| Nach der Kombination eine Strukturfarbe zu dunkel | Gewichtung zu gering | Gewichtung anpassen; Misst an festen Stellen, ob separate Luminanz und Farbbild in Hintergrund, Mitteltönen und Lichtern zueinander passen, und gleicht die Luminanz per Kurve an – damit die LRGB-Kombination weder blass noch übersättigt wird. Grundlage öffnen → |
| Bild nach LinearFit weiß | alte STF | Auto-STF neu |
Wann sinnvoll – und wann nicht
| Sinnvoll | Besser ein anderes Werkzeug |
|---|---|
| Struktur und Farbe getrennt bearbeiten, ohne L-Aufnahme | echte L-Aufnahme vorhanden → diese verwenden bzw. mit Ha kombinieren |
| Schmalband: alle Kanäle in die Struktur einbringen | reines Farbbild ohne getrennte Bearbeitung → direkt strecken |
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