Grundlage · PixInsight · WBPP 3.1.x

WeightedBatchPreprocessing (WBPP)

WeightedBatchPreprocessing (WBPP) ist das Skript, das aus Lights, Darks, Flats und Bias kalibrierte, registrierte und integrierte Masterlights macht. Es gruppiert die Daten automatisch nach Filter, Belichtung und Binning.

Zweck

AufgabeErgebnis
Einzelbilder kalibrieren und stapelnein Masterlight je Filter bzw. ein Farbmaster bei OSC
mehrere Filter deckungsgleich machenalle Masters auf dasselbe Referenzbild registriert
astrometrische Lösung erzeugenGrundlage für , und Annotation
WarumWBPP statt einzelner Prozesse?

Das Skript verkettet alle Schritte mit konsistenten Einstellungen. Fehlerquellen durch manuelle Zwischenschritte entfallen, und die Pipeline ist reproduzierbar.

Prinzip

StufeWirkung
KalibrierungBias, Dark und Flat entfernen Ausleserauschen-Offset, Dunkelstrom, Hotpixel, Vignettierung und Staub
Cosmetic Correctionentfernt verbliebene Hot- und Coldpixel, bevor die Registrierung sie zu Spuren verschmiert
Debayering (nur OSC)rekonstruiert aus dem Bayer-Muster ein Farbbild
Gewichtungbevorzugt Einzelbilder mit gutem Seeing und guter Transparenz
Registrierungrichtet alle Bilder pixelgenau auf ein Referenzbild aus
Local Normalizationgleicht Helligkeits- und Gradientenunterschiede zwischen den Einzelbildern aus
Integration mit Rejectionmittelt die Bilder, entfernt Ausreißer wie Satelliten und Flugzeuge

Parameter

Gegliedert nach den Reitern von WBPP 3.1.x; die Lage einzelner Optionen kann je nach Version abweichen.

Reiter Bias / Darks / Flats / Lights

Dateien über +Bias, +Darks, +Flats, +Lights oder +Directory laden.

ReiterPrüfenWarum
BiasMasterbias oder Einzelbilder erkanntFlats werden mit Bias kalibriert, da sie zu kurz für ein eigenes Dark sind
DarksBelichtung passend zu den Lights, gleiche Temperaturnur ein passendes Dark entfernt Dunkelstrom und Hotpixel korrekt
Flatsje Filter eine Gruppe; Filter-Keyword korrektVignettierung und Staub unterscheiden sich je Filter
LightsGruppierung, Belichtung und Filter plausibelfalsche Gruppierung führt zu falscher Kalibrierung

Reiter Calibration

Flat-Gruppen: Bias (oder Dark-Flats) zugeordnet.

Light-Gruppen:

BereichEinstellungWarum
Calibration SettingsDark Auto; Optimize Master Dark deaktiviert bei passender Belichtung und Temperaturdie Dark-Optimierung skaliert das Dark und kann bei CMOS-Sensoren Artefakte erzeugen
Output Pedestal Settingsautomaticverhindert negative Werte bzw. Clipping nach der Dark-Subtraktion
Cosmetic Correctionaktiviert (Auto-Detect Hot/Cold)siehe Prinzip
CFA SettingsMono: deaktiviert. OSC: siehe

Kontrolle: In der Light-Tabelle Dark ✓ und Flat ✓, Flat mit passendem Filter.

Reiter Post-Calibration

BereichEinstellungWarum
Subframe WeightingPSF Signal Weightgewichtet nach dem Signal-Rausch-Verhältnis der Sterne
Image RegistrationStandard; bei mehreren Filtern ein gemeinsames Referenzbildalle Masters müssen pixelgenau übereinanderliegen, sonst Farbsäume
Astrometric SolutionaktiviertGrundlage für SPCC, MGC und Annotation
Local Normalizationaktiviertverbessert Rejection und Gewichtung
Image IntegrationRejection Generalized Extreme Studentized Deviate (ab etwa 50 Einzelbildern je Filter)robuste Ausreißer-Erkennung bei großen Stapeln
Drizzleoptional 2× nur bei Undersampling (Bildmaßstab über etwa 2″/px), dann für alle Filter gleichDrizzle ändert die Geometrie; gemischte Maßstäbe lassen sich nicht kombinieren
Autocropaktiviertschneidet Registrierungsränder, die Gradientenkorrektur und Statistik stören

Reiter Pipeline und rechtes Panel

  • Pipeline: prüfen, dass alle benötigten Schritte aktiv sind.
  • Registration Reference Image: Mode auto oder manuell der beste Frame des stärksten Filters – er bestimmt die Geometrie aller Masters.
  • Global Options: Generate rejection maps aktiviert; Preserve white balance im Standard (deaktiviert).
  • Output Directory: Projektordner. Start mit Run.

Typische Anwendungen

Monochromkamera mit mehreren Filtern

Je Filter eine Flat- und eine Light-Gruppe; CFA aus; ein gemeinsames Registrierungs-Referenzbild. Ergebnis: deckungsgleiche Masters je Filter (z. B. L, R, G, B, Ha oder Ha, OIII, SII).

Farbkamera (OSC)

GruppeEinstellung
FlatsCFA images aktiviert → Apply to all flat frames
LightsCFA images aktiviert, Mosaic pattern Auto, Debayer-Methode VNG → Apply to all light frames
Drizzle (optional)Bayer Drizzle 1×; 2× nur bei Undersampling
  • Warum VNG: interpoliert kantenadaptiv und erzeugt weniger Farbartefakte an Sternen als Bilinear oder SuperPixel bei voller Auflösung.
  • Warum Bayer Drizzle: rekonstruiert die Farbkanäle direkt aus den Einzelbildern, statt fehlende Farbwerte zu interpolieren – schärfere Sterne, weniger Farbrauschen; braucht viele Einzelbilder mit Dithering.
  • Das integrierte Bild kann zunächst grünlich wirken. Das ist erwartet und wird durch korrigiert. Ältere WBPP-Versionen boten dafür Separate CFA flat scaling factors; in 3.x gibt es diese Option nicht als eigene Checkbox.
  • Kontrolle: Light-Tabelle Dark ✓, Flat ✓; Flat-Tabelle Bias ✓, CFA Images Yes. Ergebnis: ein Farbmaster.

Rejection Maps lesen

Die Rejection Maps liegen im großen Masterlight (ohne „autocrop“) als zusätzliche Bilder (rejection_low, rejection_high, ggf. slope); beim Öffnen erscheinen mehrere Fenster.

  • Schmale Linien in rejection_high: erfolgreich entfernte Satelliten.
  • Artefakte im Master ohne Entsprechung in der Rejection Map lagen in allen Einzelbildern (z. B. Streulicht eines Sterns außerhalb des Felds). Die Rejection kann sie nicht entfernen → zuschneiden (DynamicCrop).

Woran man ein gutes Ergebnis erkennt

Typische Fehler

BeobachtungUrsacheMaßnahme
Staubkringel, Vignettierung im MasterFlat fehlt oder falscher FilterFlat-Zuordnung prüfen
Hotpixel-SpurenCosmetic Correction aus, Dark unpassendCosmetic Correction aktivieren, passendes Dark
Farbsäume beim KombinierenFilter auf verschiedene Referenzbilder registriertein gemeinsames Referenzbild
Grünstich (OSC)erwartet nach dem DebayeringFarbkalibrierung mit SPCC
Streifen im Master, nicht in der Rejection MapStreulicht in allen Einzelbildernvor der Gradientenkorrektur zuschneiden
Masters lassen sich nicht kombinierenDrizzle nur bei einem FilterDrizzle für alle Filter gleich

Wann sinnvoll – und wann nicht

SinnvollBesser ein anderes Werkzeug
Standard-Vorverarbeitung von Mono- und OSC-DatenRänder und Streulicht entfernen → DynamicCrop (danach)
reproduzierbare Pipeline über mehrere NächteGradienten im Master → (danach)
Verwendet in

HaLRGB-Workflow · MultiscaleGradientCorrection (MGC) · OSC-Workflow mit Quad-Bandpass-Filter · Schmalband-Workflow (HOO/SHO) · SpectrophotometricColorCalibration (SPCC)